So, ich werde kein Mitglied von LUG Balista.

Veröffentlicht am 9. Oktober 2007 um 18:29 Uhr

So nun ist es amtlich, ich werde vorerst1 kein Mitglied des LUG Balista e.V. Der aufmerksame Leser dieses Blogs wird sich sicherlich Fragen, warum das so ist, denn in einem letzten Beitrag zu diesem Thema habe ich doch angekündig, wohl doch Mitglied zu werden.

Formfehler

Bei der ersten konstitutionellen Mitgliederversammlung, bei der ich als Beobachter beisitzen durfte, wurde von den Mitgliedern wie zuvor beschrieben festgehalten, dass kein Pflichtbeitrag zur Mitgliedschaft des Vereins notwendig ist und sich der Verein alleine durch monatliche Spenden der einzelnen Mitglieder erhalten kann.

Zu diesem Zeitpunkt war ich bereit, den Kompromiss zu akzeptieren und – zwar unter Protest – doch ein Mitglied des Vereins zu werden. Aber leider hat sich in der Abstimmung ein böser Formfehler eingeschlichen,2 so dass die Abstimmung über die Beiträge wiederholt werden musste. Das Ganze fand nun gestern am 8.10.2007 im Bürgerhaus in Barmbek statt.

Da ich es als Nicht-Mitglied und Querulant für nicht angebracht hielt, dieser Sitzung beizuwohnen nehme ich stark an, dass der Vorstand seine Argumente gegen diese Freiwilligkeit der Beiträge in Ausführlichkeit dargelegt hat und das wahrscheinlich gegen wenig bis gar keine Gegenargumente. Die logische Konsequenz war es dann, dass natürlich der Vorschlag mit den ZwangsPflichtbeiträgen akzeptiert wurde.

Demokratie ist kein Wunschkonzert

Der Verein ist auf einem demokratischen Wege zustande gekommen und auch die zweite Wahl scheint allen demokratischen Regularien entsprochen zu haben, so dass die Pflichtbeiträge nun unter Dach und Fach sind. Dieses Verfahren kann und werde ich mit nicht einem Wort anzweifeln.

Das Einzige was mir bleibt ist es zu bedauern, dass der Balista einen solchen Weg einschlägt. Es wäre schön gewesen, wenn man als Verein, der sich mit dem offenen und freien Betriebssystem befasst, ein Zeichen nach außen gesetzt hätte und durch einen freiwilligen Beitrag hätte zeigen können, dass man es ernst meint mit der Freiheit. Aber das scheint nicht so zu sein, der Weg der nun von den Mitgliedern und dem Vorstand beschritten wird, ist der Weg mit dem geringsten Widerstand.

Aber der einfachste Weg ist nicht immer der richtige!

Die LUG is kein Sportverein

Der Balista lebte bisher immer von seinen Mitgliedern und deren Engagement. Entscheide ich mich ein vollwertiges Mitglied zu werden, bin ich gezwungen neben meinem Engagement auch noch Kohle in den Verein zu pumpen! Klar bei einem Sportverein muss ich auch einen Fix-Beitrag bezahlen, aber da erwarte ich auch was für mein Geld. Trainer, Hallen, Ausrüstung, Lehre etc. Exakt diese Mentalität kann sich nun auch bei (Neu-)Mitgliedern der LUG etablieren. “Ich zahle, dann will ich…” und eine solche Gemeinschaft ist in meinen Augen weder erstrebenswert noch sinnvoll in Bezug auf offene Software.

Regeln schränken ein

Durch Gespräche mit Nichtmitgliedern und Mitgliedern, ist mir bewusst geworden, dass der Flair, der den Balista lange Zeit begleitet hat, nämlich eine wirkliche offene Gemeinschaft zu sein, dass jeder3 willkommen ist und sich jeder immer und überall einbringen und mitsprechen kann, vorbei ist.

Durch die Starr- und die Introvertiertheit die sich der Balista durch die Vereinsgründung4 auferlegt hat, sind schon einige Unstimmigkeiten zustande gekommen.

Da der Vorstand weder auf der Homepage noch auf der öffentlichen Mailingliste5 angekündigt hat, dass am 09.10.2007 eine Mitgliederversammlung einberufen wurde und es so für Nichtmitglieder evtl. schwierig wird Hilfe zu erlangen, waren also gestern auch einige da, die sich dann die Zeit zwar im Cafe sehr nett um die Ohren gehauen haben, aber ein produktives Arbeiten war nicht möglich. Sehr schade für Interessierte, die von weiter angereist waren oder ihren Tag extra auf Balista planten.

Weitere Einschränkungen scheint der Verein sich in Bezug auf das Einsammeln der Spenden gemacht zu haben. So wie ich erfahren habe, soll das traditionelle Schwein, das während einer Sitzung herum geht, um Gelder zu sammeln abgeschafft werden. In meinen Augen ein absoluter Blödsinn! Denn wie sollen den nun Besucher, Gäste und Protest-Nicht-Mitglieder ;) Balista denn nun Euros zu kommen lassen?! Per Überweisung?! Das ist doch nicht schön…

Balista ist und bleibt gut

Auch wenn sich das Ganze hier wie ein Auskotzen oder Drüberherziehen aussieht, will ich klarstellen, dass es das nicht sein soll. Ich möchte hier nur darstellen, dass ich den Weg den Balista nun einschlägt nicht gut finde und auch so nicht unterstützen kann, möchte und werde. Dennoch sind die Leute bei Balista nett, hilfsbereit, zuvorkommend und keine schlechten Menschen. ;) Und das wird sich auch nicht ändern, wenn Pflichtbeitrage gezahlt werden müssen!6

Also jeder der in oder um Hamburg Probleme mit Linux hat, Linux kennen lernen will, fachsimpeln will, ‘nen Bierchen trinken möchte, nette Leute kennenlernen will, der sollte auf jeden Fall zu Balista gehen! Auch ich werde den “Verein” sicherlich nicht meiden. ;)

Ich freue mich auch auf Kommentare :) 8)

  1. Denn James Bond-Freunde wissen: “Sag niemals nie“ []
  2. Den ich bis heute nicht wirklich verstanden habe. []
  3. Auch arme Schlucker! []
  4. Auch wenn die Gründung des Vereins auch in meinen Augen gut ist, sollte man doch drauf achten Nicht-Mitglieder nicht außen vor zu lassen. []
  5. Zum Thema der internen Liste möchte ich nicht weiter eingehen, außer mit der Beschreibung der Tatsache, dass ich gestern Abend einige Mitglieder des alten Balista darüber aufgeklärt habe, dass sie nicht mehr auf der internen Liste sind und diese sich ziemlich wunderten. []
  6. Das hoffe ich zu mindestens. []

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Basisdemokratie oder parlamentarische Semidiktatur?

Veröffentlicht am 8. Oktober 2007 um 21:00 Uhr

In einem demokratischen1 Land wie dem unseren, ist die Wahl das Mittel, mit dem sich der Bürger Gehör verschaffen kann und die Richtung in die regiert werden soll, mitbestimmen kann – eigentlich.

Die Angst vor der Demokratie

In Hamburg läuft ja gerade ein Volksentscheid der zum Ziel hat, die Basisdemokratie zu stärken und mehr Macht dem Volke zu überlassen. Dass damit nicht alle einverstanden sind, versteht sich ja eigentlich von alleine. So zum Beispiel spricht sich der amtierende Bürgermeister Ole von Beust gegen diese Demokratie des Volkes aus:

Die letzte Entscheidung muss beim Parlament liegen. Das ist das Wesen der parlamentarischen Demokratie und damit sind wir in den letzten 60 Jahren gut gefahren.
Quelle: Welt.de | Stand 04.10.2007

Stimmt ich vergaß, dass es jeden morgen zum Frühstück eine Schale Weisheit im Parlament gibt und die Damen und Herren der Obrigkeit natürlich einen wirklichen und echten Bezug zur Basis haben – die wissen sicherlich wie man mit keinen 500 Euro im Monat über die Runden kommt.

Wenn die Basis bei den “Großen” mal mitspielen darf, dann müssen “die da oben” sich aber warm anziehen, denn es ist sicherlich nicht einfach zu kommunizieren, warum die Leistungen der Krankenkassen weiter gekürzt2 werden müssen oder das mal wieder die Mehrwertsteuer erhöht wird, aber auf der anderen Seite Diäten und Bezüge erhöht werden.

Bildung und Kommunikation

Ich bin davon überzeugt, dass es auch mal Entscheidungen geben muss, die für die Mehrheit negative Auswirkungen haben werden, aber sollte das Volk darüber abstimmen müssen, dann muss von denen, die die Weisheit mit Löffeln fressen eben richtig kommuniziert und erklärt werden. Leider ist dazu in der Bevölkerung auch ein Mindestmaß an Bildung notwendig, damit diese teilweise doch recht komplexen Sachverhalte verstanden und beurteilt werden können. Aber das ist ja der Punkt, der in meinen Augen versucht wird systematisch zu unterdrücken. In der Bildung wird immer mehr gespart und es sprießen teure Privatschulen aus dem Boden, die wirkliche Innovationen in der Lehre bereiten.3 Die staatlichen Schulen und Bildungsstätten sind starr und reform-immun – jedenfalls hat man den Eindruck.

Der vermeindliche Ausweg

Wie erreiche ich es aber als Herrscher in einer Demokratie, meine persönlichen4 Interessen durchzusetzen? Ganz einfach, ich muss die Wahlen manipulieren. Das Volk ist doch eh zu blöde um schnallt die Zusammenhänge nicht5. Aber Wahlzettel zu manipulieren, dass fällt auf, also muss eine einfachere Lösung her. Wieso macht man nicht einfach alles elektronisch? Das Ganze sind dann nur noch bits und bytes, die auf dem Weg von A nach B manipuliert werden können und fertig ist die selbsterstellte Machterhaltung.

Wahlcomputer werden entwickelt und der Presse und Bevölkerung vorgestellt. Leider haben die “Weisen” die Rechnung ohne die Basis gemacht, denn auch hier gibt es Spezialisten, die sich in der Materie auskennen und Soll-Schwachstellen schnell ent- und aufdecken.

Papier ist geduldig

Der Wahlbrief, mit meiner Erklärung und meinem Stimmzettel.In meinen Augen sollte man dich nicht all zu schnell auf neue Technologien verlassen. Ein Sprichwort aus der EDV-Branche heißt:

Never change a running system.

Welchen Grund, außer die gemeinen, niederträchtigen und sicherlich falschen Unterstellungen die ich eben aufgestellt habe, sollten eine Regierung dazu veranlassen diese neue Technik zu etablieren? Ich für meine Teil präferiere die gute alte Abstimmung an der Urne oder per Briefwahl. Bei dem eingangs erwähnten Volksentscheid, wurden einem die Wahlunterlagen direkt nach Hause geschickt, so dass der Weg zur Urne nicht mehr angetreten werden muss.

Sicherlich gibt es auch hier Schwachstellen im System, aber man muss sie ja nicht noch größer machen, als sie es schon sind.

Links

  1. Ob wir in einer wirklichen Demkratie leben, ist ja doch fraglich: Leben wir in einer Demokratie? « Kritik Blog []
  2. Da sind wir aber doch froh, dass wir nicht mehr im Zeitalter des Wilden Westens leben, denn bei den Vertragsänderungen, die immer ohne mein Einverständnis gemachte worden sind, wäre sicherlich der Eine oder die Andere schon gelyncht oder wahlweise erschossen worden. []
  3. Naja ganz klar, denn die Obrigkeit will seinen Nachwuchs doch nicht mit dem Pöbel aufwachsen sehen. []
  4. Oder jedenfalls die der Lobyisten. []
  5. So kann man jedenfalls zwischen den Zeilen in dem oben genannten Zitat von Herrn von Beust lesen, wenn man möchte. []

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podpress nervt im Moment nur noch…

Veröffentlicht am um 15:33 Uhr

Tja ja, so ist das wenn man “mal eben” ein Update eines Plugins macht. Bisher habe ich ja keine Probleme mit Worpdress-Plugins gehabt, aber jetzt scheint der Wurm drin zu sein.

podress – never ending story

Ich habe für meinen Podcast auf housetunez.de mich für das Plugin podpress entschieden. In der 8.2er Version machte das Ganze auch einen sehr stabilen Eindruck, aber mit dem Update auf die 8.3er Version fing das Desaster an. Nach der Installation ging gar nichts mehr. Worpdress schmiss einfach eine Fehlermeldung raus und das war es.

Also habe ich wieder einen downgrade auf die 8.2er Version gemacht. Nun kam aber recht zeitig die Nachfolge Version 8.5 raus1, also habe ich auch diese wieder installiert. (Ja ich habe es nicht besser gewusst.) Das Teil hat mir den Bild-Upload zerballert.

Tja Fehler passieren, aber gleich zwei solche Hauer hintereinander… Ich will mal nicht meckern, die machen schon eine ganz gute Software, aber vielleicht sollten sie diese auch ein bisschen besser testen.

8.2 for ever

Ich bleibe jetzt bis auf Weiteres bei der 8.2er Version und harre der Dinge die da kommen.

  1. Keine Ahnung was mit der 8.4er passiert ist, interessiert mich aber auch nicht. []

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5 Kommentare | Kategorien: GNU/Linux | Medien | Web 2.0

Kubuntu Countdown…

Veröffentlicht am um 14:15 Uhr

Gerade eben habe ich den Kubuntu-Countdown von Kubuntu-de.org eingebaut! Eine Klasse Idee wie ich finde!

Wer will der kann den Counter auch auf seine Seite integrieren. Dazu einfach folgenden Code nutzen:
<script type="text/javascript" src="http://www.kubuntu-de.org/files/countdown/display.js"></script>
<noscript>
<img id="countdownimage" src="http://www.kubuntu-de.org/files/countdown/710countdown_noscript.png" width="180" height="148" alt="Kubuntu 7.10 - 18.10.2007">
</noscript>

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Wie tief kann man eigentlich sinken

Veröffentlicht am 6. Oktober 2007 um 23:52 Uhr

Ja, es ist modern geworden aus “Scheiße Geld zu machen”, aber nun nimmt das Ganze Züge an, die sind wahrlich nicht mehr schön.

Abmahnung wegen Werbung

Nun wurde ein Webseitenbetrieber abmahnt, der auf seiner Seite Adsense Werbung von Google laufen hatte, da die Werbung augenscheinlich die Unwahrheit ausdrückte und ein Versprechen gab, welches nicht einlösbar ist. Mehr zu diesem Fall hier: Abmahnung wegen Adsense Werbung | PM Job Blog. Für die Leser, die sich im Netzjargon nicht so auskennen. Ein kleines Intermezzo zu Adsense.

Adsense

Google bietet für Betreiber von Webseiten an, kontextsensitive Werbung zu schalten. Das bedeutet, dass man von google einen Code gestellt bekommt, den man auf seiner Seite einbaut und dieser Code Werbung anzeigt. Das besondere an der Werbung ist, dass sie passend zu dem Inhalt der Seite sein soll. Dazu scannt google die eigene Webseite und sucht dann nach bestimmten Kriterien, Anzeigen aus dem Repertoire von google.

Der Webseitenbetreiber hat also keine Möglichkeit direkten Einfluss auf die Anzeigen zu nehmen, außer der Entscheidung keine Anzeigen anzeigen zu lassen.

Verfahren übertragen

Mhm… Wenn ich als Webseitenbetreiber also verantwortlich für die Werbung bin, die Google auf meiner Seite anzeigen lässt, ist dann Sony1 auch für die Werbung im Fernsehen verantwortlich? Oder ProSieben dafür verantwortlich, wenn in der Werbung was von “Gesunde Vitamine naschen” gesagt wird und damit Werbung Bon-Bons gemacht wird? Verklage ich das nächste Mal2 Ahmed3 den Kioskbesitzer, weil er mir eine Tageszeitung verkauft hat, in der ein Fehler ist oder ein Bericht mich verunglimpft?!

Ein Berufstand ohne Ehre?

Ich kann nicht glauben, dass Menschen, die dem Berufstand des Anwalts zu zu ordnen sind und diese somit wenigstens einen Funken Ehre in sich tragen sollten, sich auf eine solche niedere Ebene begeben, um Kohle – auf eine für meine Begriffe hinterhältige Art und Weise – abzuzocken.4 Aber in unserem Rechtssystem ist Recht haben und Recht bekommen, leider nicht immer das Selbe. Bisher war ich immer der Meinung, dass ich als Webseitenbetreiber keine Schuld für den gesamten Krampf des Internets auf mich nehmen kann, selbst wenn ich auf diese Seiten verweise. Außerdem schreibe ich das ja auch extra in Impressum

Wollen wir hoffen, dass das Ganze ein gutes, faires und gerechtes Ende nimmt.

  1. Mein Fernseher ist von Sony. []
  2. Ich weiß, “das nächste mal” impliziert, dass ich schon mal jemanden verklagt habe, habe ich aber nicht :) Hört sich nur besser an. []
  3. Name frei erfunden. []
  4. Dieses ist keine Verunglimpfung eines ganzen Berufstandes! Es gibt nette und sogar sympatische Anwälte :) Wer dem Schuh passt, der mag ihn sich anziehen. []

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1 Kommentar | Kategorien: Allgemein
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