Wie man im Gespräch bleibt…

Gimabl und Sinan / ReworkIch bin ja bekanntlich ein Medienjunkie und somit ging auch das neue Album von Daft Punk nicht an mir vorbei. Was ich nun aber auf meinem Rechner sehen und von dem selbigen hören durfte, zeigt mir, dass es noch Menschen gibt, die gute Werbung für sich machen können und diese mit einem sehr guten Produkt verbinden – was das für rechtliche Folgen hat, kann ich nicht einschätzen, es ist aber sicherlich interessant.

Gimbal und Sinan, Produzenten- und DJ-Team aus Deutschland, haben sich das neue Album von Daft Punk geschnappt, zerpflückt, gesampelt und neue Tracks daraus gebastelt. Diese Tracks haben sie in einem 55-minütigen DJ-Mix verwurschtelt und online gestellt. Die Stunde feinste House-Music rockt ziemlich und ich bin mir ehrlich nicht sicher, was ich besser finde, die Original-Lieder oder das Machwerk von Gimbal und Sinan. Beides ist auf jeden Fall wert, gehört zu werden – so lange es noch geht.

Hier ein Anspieler, der Euch neugierig auf das Projekt machen soll:

Geklaute Musik und Ideen

Der eine oder die andere wird es nun sicherlich verwerflich finden, dass die Arbeit von Daft Punk einfach benutzt wird, um neue Lieder zu erschaffen. Dazu muss man aber wissen, dass Daft Punk selbst so ziemlich alle Tracks der Vergangenheit mit Samples aus anderen Liedern aufgebaut hat. Hier mal ein paar „Beweis-Videos“:

Ein Blick hinter die Kulissen

Weiterhin gibt Sinan auch noch einen klasse Blick hinter die Kulissen, wie die beiden das Album produziert haben und wo nun in den Tracks die Samples verbaut sind und was damit gemacht wurde, damit die Lieder so klingen, wie sie im Remix klingen. Für alle Musikinteressierten auf jeden Fall einen Blick wert.

 Mein Fazit

Der Remix von Gimbal und Sinan ist ein großartiges echtes Kunstwerk der Postmoderne, welches einen nicht unerheblichen Werbeeffekt mit sich bringt. Wünschen würde ich es den Beiden 😉

 

Schülerinnen und Schüler als „großer Bruder“

Ich im Film...Durch meinen Reader flog mal wieder ein interessanter Beitrag von Udo Vetter, der mich dieses Mal zum Nachdenken anregte. In dem Beitrag ging es um das Filmen von Personen. Insbesondere um Polizisten in Ausübung ihrer Tätigkeit. Diese dürfen während der Ausübung gefilmt werden, da sie Mitarbeiter des Staates sind und sie sich damit nicht auf die Pressefreiheit berufen können.

Nun sind Lehrer ja auch Beamte und  sind während der Ausübung ihrer Pflicht, von kleinen und großen potentiellen Filmemachern umgeben. Müssen Kolleginnen und Kollegen es nun hinnehmen, wenn Schülerinnen und Schüler im Unterricht Videoaufnahmen machen? Ist es tatsächlich legal, von Lehrkräften im Unterricht Bild- und Tonaufzeichnungen zu machen?

Gestützt werden meine Gedanken von diesem Absatz:

Nun ist es juristisch mittlerweile klar, dass Polizisten sich im Einsatz filmen lassen müssen. Es gibt keine speziellen Fotografierverbote gegenüber Beamten. Ganz im Gegenteil. Polizisten im Dienst treten als Mitarbeiter des Staates auf, sie repräsentieren die öffentliche Gewalt, und ihr Handeln unterliegt einer entsprechend strengeren Kontrolle – auch durch die Kameras von Menschen, die sich nicht auf die Pressefreiheit berufen können. (Hervorhebungen von mir.)1

Ersetzen wir doch mal in dem oben markierten Satz den Begriff Polizisten durch Lehrer2. Der Satz lautet dann: Lehrer im Dienst treten als Mitarbeiter des Staates auf, sie repräsentieren die öffentliche Gewalt, und ihr Handeln unterliegt einer entsprechend strengeren Kontrolle – auch durch die Kameras von Menschen (…) Die Aussagen mit der öffentlichen Gewalt und der entsprechenden strengeren Kontrolle sind sicherlich in Bezug auf die Lehrkräfte diskussionswürdig.
Dennoch dürften doch Aufzeichnungen gemacht werden und ich als Lehrer kann wenig gegen diese ständige Überwachung tun, oder?

Dürfen Schülerinnen und Schüler nun tatsächlich Filme von Lehrkräften machen? Wie denkt ihr darüber? Sind die Schülerinnen und Schüler der große Bruder?

 

  1. http://www.lawblog.de/index.php/archives/2013/06/25/wer-nichts-zu-verbergen-hat/ – Abruf: 2013-06-26 []
  2. Und meinen damit sowohl Kolleginnen und Kollegen. []

Podcasts – eine Bereicherung für den Junkie in mir

SoziopodIch liebe es, im Auto zu sitzen, mein Navi1 sagt mir, wohin es gehen soll und ich lausche gespannt einem Podcast. Nun bin ich letztens auf eine wahre Perle gestoßen und das sehe nicht nur ich so.

Erziehung war mein Honigtopf

Beim Aufsuchen neuer Podcasts bin ich bei Soziopod über den Begriff Erziehung gestolpert, der den Titel der aktuellen Folge bestimmt. Auf dem Weg zu einer Ausbildungsberatung habe ich dann die aktuelle Folge vom Soziopod gehört. Titel: „Erziehung – We don’t need no education„. Das Thema ist nicht nur auf unheimlich fundierte Art und Weise dargestellt, sondern auch unterhaltsam und nachvollziehbar. Die beiden Gastgeber (Herr Breitenbach und Doktor Köbel) unterhalten sich über das Thema Erziehung: Warum sie notwendig ist oder eben nicht. Als Mann vom Fach trafen die Schallwellen aus dem Autoradio auf ein fruchtbares Trommelfell.

Lust auf mehr

Andere Folgen habe ich noch nicht gehört, aber es macht den Eindruck, als könne es sinnvoll sein, sich diese anzuhören. Denn die beiden Herren haben soeben den Grimme Online Award bekommen. Somit sehe ich mich in meiner Einschätzung der ersten von mir gehörten Folge bestätigt. Die restlichen Folgen werden gerade auf mein Galaxy SII geladen. Auch wenn es so aussieht, als hätte ich in der nächsten Zeit keine längeren Strecken im KFZ vor mir, freue mich auf die kommenden Themen.

Von dieser Stelle einen lieben Gruß an die Beiden, herzlichen Glückwunsch und ich freue mich auf mehr aus der Schmiede Soziopod.

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  1. Also eigentlich die Software auf meinem Galaxy SII. []

Vormittags RECHT und nachmittags FREI…

… so lautet der Spruch, den man immer wieder zu hören bekommt, wenn man sich außerhalb des Mikrokosmos Schule zu seinem Beruf äußert. Meine Standardantwort auf solche versuchten Sticheleien1 ist immer: „Augen auf bei der Berufswahl. – Wir leben in einem freien Land mit freier Berufswahl.2 In der Regel ist dann Ruhe im Karton.

Nun wollte Anja Reschke es mal genauer wissen und ist für 4 Wochen in Hamburg in die Schule gegangen – als (Hilfs-)Lehrerin. Sie hat natürlich ein Kamerateam mitgenommen und präsentiert uns nun ein Video, wie es in den deutschen Klassenzimmern abgeht. Man sieht freche Schülerinnen und Schüler, überforderte Lehrkräfte, Umsetzungen von Schulkonzepten und und und… eben den Alltag in unserem kleinen Mikrokosmos.

Eines Kommentars zu dem Film enthalte ich mich – jeder darf sich seine eigene Meinung bilden.

http://www.ndr.de/regional/hamburg/lehrer281.html

  1. Dazu gehören auch die gefühlten 100 Wochen Urlaub im Jahr… []
  2. Auch wenn man an dieser Stelle an vielen Punkten diskutieren kann, ist die polemische Ebene ähnlich wie die des Gesprächspartners und macht meine Einstellung zu den Dingen deutlich. []

Warum ich keine eBooks mehr kaufe

Ich mag es wirklich, auf meinem Handy Bücher zu lesen. Ich nutze entweder die App moonreader oder die Kindle App von Amazon. Egal ob es sich um Belletristik oder Fachliteratur handelt, es ist sehr praktisch, ein Buch nach Stichworten durchsuchen zu lassen.

Vorteile des elektronischen Buches

Die häufig beschworene Haptik eines Buches vermisse ich nur selten. Außerdem kann ich in meinem Handy nahezu unendlich viel Literatur in meiner Westentasche herumtragen. Egal wo ich mich befinde, ich kann immer vor Ort entscheiden, was ich lesen möchte. Somit haben die Bücher in der elektronischen Form fast nur Vorteile. Dennoch werde ich Zukunft weitgehend auf den Kauf elektronischer Bücher verzichten.

Die elektronischen Bücher sind in der Regel nie wesentlich günstiger als die Varianten aus Papier. Man spart vielleicht 2 oder 4 Euro, hat aber den Vorteil, dass man das Buch kurz nach dem Kauf bereits lesen kann. Das Problem an der Sache ist, dass ich mit dem Kauf eines E-Books kein Buch gekauft habe.

Ich kaufe nichts, ich darf es nur nutzen

Im Grunde habe ich gar nichts Fassbares gekauft – man kauf nur ein Nutzungsrecht auf digitale Inhalte.1 Was das im echten Leben bedeutet zeigt das Beispiel aus dem Jahre 2009:

Dies tat bspw. Amazon am 17. Juli 2009, indem Kindle-E-Books (darunter Animal Farm und Nineteen Eighty-Four von George Orwell) von den Geräten seiner Kunden gelöscht wurden, da dem Verleger die Rechte zur Veröffentlichung als E-Book fehlten.2

Auch wenn Amazon nach diesem Vorfall und der damit verbundenen Kritik verkündetet, dass so etwas nicht wieder vorkommen würde, zeigt es deutlich den Unterschied zwischen dem Buch in der Hand und dem elektronischem Pendant.

BergpredigtAusleihen, verkaufen…

Ein weiteres Problem ist, dass ich das E-Book nicht „mal eben“ ausleihen kann. Ich habe nur die privaten Nutzungsrechte erworben und diese darf ich nicht verleihen. Sicherlich könnte ich meinen E-Book-Reader ganz verleihen, aber dann leihe ich ja auch noch sämtliche andere Literatur… Skurrile Idee!

Fragen über Fragen?

  • Was ist, wenn mir ein Buch nicht gefällt? Kann ich es auch ebay für einen korrekten Preis wieder verkaufen, damit evtl. jemand anderes Freude daran hat? Nein. Die Rechte, die ich erworben habe, sind auf mich beschränkt.
  • Die nächsten Worte mag ich eigentlich gar nicht schreiben, aber was ist mit meiner „Bibliothek“, wenn ich mal sterbe? Wer darf sich meine Nutzungsrechte überschreiben lassen? Geht das?
  • Was ist, wenn ein Buch, das ich heute gekauft habe und dieses mit DRM versehen ist, auf dem Reader in 25 Jahren nicht mehr zu lesen ist? Habe ich dann mein Geld aus dem Fenster geworfen? Ja!
  • Was ist, wenn das Unternehmen, bei dem ich die Nutzungsrechte erworben habe, in den Konkurs geht oder die Geschäftsbeziehungen in meinem Land einstellt… Wahrscheinlich: „Pech gehabt!“

Papier ist geduldig

Für mich macht es keinen Sinn, nur ein Nutzungsrecht an einem Buch zu erlangen. Ich möchte der Besitzer des Buches sein und dieses verkaufen, vererben, verschenken, verbrennen und als Beamerunterlage nutzen können. Nur das Recht die Inhalte eines Buches über eine gewisse Zeit zu besitzen, macht in einer Welt, in der Information und der Umgang damit immer mehr Stellenwert erlangt keinen Sinn.

Mehr zum Thema

Wer sich ein bisschen in die Materie einlesen möchte, dem empfehle ich die FAQ zu dem Thema bei Heise.de.

Außerdem kam gerade etwas über meine Abonnements auf youtube herein, das die Problematik ein weiteres Mal auf den Punkt bring.

http://www.youtube.com/watch?v=tVePgQMWbtc

Moon+ Reader
Entwickler: Moon+
Preis: Kostenlos
Kindle
Entwickler: Amazon Mobile LLC
Preis: Kostenlos

  1. http://www.amazon.de/gp/help/customer/display.html?nodeId=201044980 – Abruf: 2013-05-29 []
  2. Seite „E-Book-Reader“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 9. Mai 2013, 13:55 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=E-Book-Reader&oldid=118338537 (Abgerufen: 29. Mai 2013, 20:04 UTC) []