Dienstfreie Zeit

Veröffentlicht am 8. April 2009 um 10:29 Uhr

So wie sich das gehört, wird der Beamte in seiner dienstfreien Zeit (aka Ferien) krank. Gleich am Montag wachte ich mit Halsweh auf und startete mit erhöhter Temperatur in den Tag. Dennoch muss einiges an Arbeit geschafft werden, was die letzten Wochen liegen geblieben ist. Damit ich nichts vergesse, habe ich alles fein säuberlich bei rememberthemilk notiert und kann mich nun durch den Wust graben.

Unterrichte müssen reflektiert, Mappen aufgeräumt und neue Einheiten geplant werden. Dabei ist nicht nur der “normale” Unterricht im Blick, sondern auch die anstehende zweite Hausarbeit in Körperpflege. Fachliches Thema wird hier ganz grob “Bärte” sein, welches durch kooperative und selbstorganisierte Lernformen unterrichtet werden soll.1

Die letzte Hausarbeit zum Thema “Poetry Slam” war ein voller Erfolg und herhöht weiter den Leistungsdruck.

Ich gebe nach wie vor mein Bestes und lasse die Anderen benoten.

  1. Wobei das Wort unterrichten im Fall vom SOL (Selbst Organisiertes Lernen) aus der Sicht der Lehrkraft nicht den Nagel auf den Kopf trifft. []
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2 Kommentare

Kategorien: Bildung | LiA

Einfach mal die Fre*** halten!

Veröffentlicht am 13. Februar 2009 um 16:30 Uhr

Gestern war ich wieder auf DEM Poetry Slam in Kiel. Die Schaubude war mal wieder gerammelt voll und die Poeten gaben ihr Bestes. Unter anderem war, wie bereits geschrieben, Andy Strauß mit von der Partie. Der macht im TV und auf Youtube irgendwie einen größeren Eindruck. Aber seine Texte waren nach meinem Geschmack – der Hammer. Teilweise klangen sie surreal, nahmen -obwohl angekündigt- unerwartete Brüche und holten den Zuhörer doch wieder auf den Boden der Realität zurück.

Team und Struppi“, das Poesie-Team bestehend aus Jasper Diedrichsen und Moritz Neumeier, rockten mit neuen Texten die Schaubude und gewannen auch verdient den Slam.

Ein weiteres Highlight, welches aber nicht auf der Bühne stattfand, war es, dem Besitzer der Schaubude Hatto, der übrigens die Schaubude abgeben will, bei der Bedienung der Gäste zuzuschauen. Dialoge wie: “Ich hätt’ gern’ ‘nen Jever vom Fass!” – “Das dauert eine halbe Stunde!” – “Jo, dann eins aus’er Flasche.” oder “Was ist den das für eine Zitronenlimo?” – “Na Hella – Zitronenlimo!” – “Oh ja prima, das nehm’ ich.“, begleitet von einem neutralen Gesichtsausdruck, der mit leichten Spuren einer herzlichen Genervtheit durchzogen war, bargen eine Komik in sich, die teilweise die dargebotenen Texte übertraf.

Was mich dieses Mal richtig nervte waren die Gäste, die augenscheinlich nicht zum Hören der Texte kamen. Während der Vorträge schnackten diese, lachten und prosteten sich zu. Es war nicht immer sehr laut, aber ein ständiges Gemurmel stört einfach, wenn man den Texten folgen möchte. Ohne Scheu und erkennbares schlechtes Gewissen unterhielt man sich über Belanglosigkeiten, während die Slammer auf der Bühne versuchten ihre Texte zu präsentieren. Nach der Pause mahnte Björn (der MC) charmant zur Ruhe. Hat aber nichts gebracht…  Wahrscheinlich lesen die Besucher, die ich hier anspreche, diesen Blog nicht, aber falls doch:

Bitte bleibt das nächste Mal daheim oder seid einfach ruhig. Wenn Euch die Texte zu langweilig sind, dann geht! Aber bitte stört nicht die Besucher, die wegen der Poeten und der Texte gekommen sind und zeigt gefälligst Respekt vor den Slammern!

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Wenn Ihr einen Pilz habt, dann geht doch zum Arzt

Veröffentlicht am 6. Februar 2009 um 16:31 Uhr

Wer einen Überwachungsstaat will, der macht sich einen… Sehr schöner Slam-Text zum verhalten hier in unserem wunderschönen Web 2.0

httpvh://www.youtube.com/watch?v=R-xGu6Toi9Q

Was aber nicht vergessen werden darf ist, dass ich in meinen “Socialnetworks” entscheide, wann ich was und wo schreibe. Und wenn die Welt erfahren soll, dass ich einen Pilz zwischen meinen Beinen habe, dann ist das mein Bier (Pils ;) *SCNR*) Aber wenn der Staat meine Daten sammelt und auswertet und ich davon nichts mitbekomme, dann handelt es sich um eine ganz  andere Qualität der Datenflut. Außerdem sind die Daten im Netz in den meisten Fällen dezentral gespeichert und müssen so mühsam zusammengesucht werden, die Sammelwut des Staates verläuft aber zentral und die Daten können so viel genauer ausgewertet werden.

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Slam in der Schaubude

Veröffentlicht am 9. Januar 2009 um 22:52 Uhr

Gestern war ich wieder beim Slam in der Schaubude. Um ehrlich zu sagen, die erste Runde war etwas mau, nur wenige Slamer überzeugten und zogen das Publikum auf ihre Seite. Die zweite Runde dagegen war richtig gut. Das lag aber auch an den Profis, die mehr in der zweiten Runde vertreten waren: Sarah Hakenberg, Dorian Spindler und das Debüt des Teams “Team und Struppi”.1

Die Slams werden für mich auf jeden Fall zu einer Art Dauerveranstaltung, da es eine klasse Abwechslung zum Alltag ist, die Texte unterschiedlicher nicht sein können und das Publikum schön ungezwungen ist. Und 3 Euro sind nicht zuviel für!

  1. Leider habe ich die Namen der beiden Künstler nicht mehr parat… Wenn das hier einer liest, der das weiß bitte ab in die Kommentare damit! []
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Poetry Slam und die Kommerzialisierung

Veröffentlicht am 13. Dezember 2008 um 14:27 Uhr

Ich war ja nun am 11.12.2008 das erste Mal in der Schaubude und habe mir da einen Poetry Slam angeguckt. Mich begleiteten ein Kollege und eine Kollegin und zu meiner Überraschung, tauchten dort auch einige Schülerinnen und Schüler auf, die die Dichter genossen.  Leider sind nicht alle bis zum Schluss geblieben, da das Spektakel doch bis ca. 0030 ging. Wir waren zwar schon um 1930 da, sind aber noch zu McDonalds und haben etwas schnabbuliert, die Pforten öffneten sich erst recht spät und wir standen schön im Nieselregen und spürten unsere Jacken schwerer werden.

Kommerz beim Slamen

Als wir vor der Schaubude standen, lasen wir eine Schild, dass der Slam dieses Mal vom Fernsehen aufgezeichnet wurde. Wer jetzt meint, der WDR oder ein anderer “seriöser” Sender wäre an dem Kieler Slam interessiert, der irrt. Es handelte sich um eine Team von Sat1Comedy und der Moderatorin Sarah Kuttner.

Schade war,  dass wegen der Kameramänner, der ganzen Technik und den V.I.Ps -die nicht auf dem Boden, sondern auf Stühlen sitzen durften/mussten/wollten- einige Gäste draußen bleiben mussten. Aber dennoch hat Björn (der MC des Abends) sich nicht ganz dem Joch der Fernsehleute untergeordnet und hat rebellisch die Jurorenkarten teilweise außer Reichweite der Kameras platziert. Auch nach dem Hinweis, dass das Ganze nicht so gut für die Kameras wäre, meinte er nur “Ich bin jetzt mal Arschloch, die Karten bleiben wo sie sind.” Damit erntete er Applaus und eine glatte 10 ;)

Ich persönlich habe ja nichts gegen die Kommerzialisierung von Dingen. Egal ob es sich um Lifestyle, Klamotten und/oder Musik handelt. Schlimm für die Szene wird es erst dann, wenn es kommerziell ausgeschlachtet wird. So werte ich auch das Interesse an Poetry Slam von Sat1, denn die machen sicherlich keine Sendung aus Nächstenliebe oder kulturellem Interesse, sondern nur wegen einem… Kohle. Klingt komisch… ist aber so! Aber ich will mal nicht vorschnell urteilen, da man ja noch nicht weiß, wie die Spezies vom TV das Ganze schnippeln und was die daraus machen.

Lustig ist der Slam, hei lustig soll er sein

Leider sind noch immer viele der Meinung, Slam-Texte müssen komisch sein. Müssen sie nicht! Klar – durch einen komischen Text erreicht man vielleicht das Publikum recht schnell und holt es auf seine Seite, aber gute Texte sind nicht unbedingt lustig und erst recht nicht trivial. Für alle die, die Poetry Slam (noch) gar nicht kennen, ergibt sich das Bild des lustigen Slamers durch Auftritte in den Unterhaltungssendungen. Hier ist zum Beispiel der Star der Szene genannt, Sebastian 23. Klar, er schreibt großartige Texte, performt wie ein Großer1 und ist ein klasse Slamer, aber er ist nicht der Einzige und auch nicht der Vertreter einen ganzen Spezies. Das wäre, als wolle ich einem Außerirdischen erklären, was ein Vogel ist und ihm einen Strauß zeigen — der käme sicherlich nicht auf die Idee, dass es so etwas wie einen Kolibri gibt.

Auf der anderen Seite kann ich ich Sebastian gut verstehen und würde diese Gelegenheit sicherlich selbst nicht auslassen, mich auf diese Art zu verkaufen. Schade ist nur, dass es dadurch ein falsches Bild über Poetry Slam in der Öffentlichkeit gibt.2 Wollen wir hoffen, dass die Poeten ihrem Stil treu bleiben und nicht dem öden Mammon hinterher rennen, auch wenn die neue Sendung von Sarah Kuttner auf Sat1Comedy ausgestrahlt wird.

Texte und Stimmung

Die Texte und die Poeten in der Schaubude waren Klasse. Die Stimmung war super und der Abend kurzweilig. Einer meiner Schüler hat angemeldet, dass er am 8. Januar, wenn der nächste Slam in der Schaubude stattfindet, auch auf die Bühne will. Wenn er dort auftreten wird, bin ich sicherlich dabei, sollte er nicht dabei sein, was ich aber hoffe, dann werde ich wahrscheinlich dabei sein, denn ein bisschen Kultur hat noch niemandem geschadet.

Was haltet Ihr von Poetry Slam und der beginnenden,  vermeintlichen Ausschlachtung des Ganzen?

Links zum Thema

  1. Er ist sicherlich auch einer, im Gegensatz zu Kuttner, die mir bis kurz über die Nase ging! :D []
  2. Und ich will hier auch betonen, dass ich die Texte von Sebastian23 in keiner Weise nur lustig finde, sondern dass diese auch zum Nachdenken anregen und sicherlich auch sozialkritisch sind. Ich wage aber zu bezweifeln, dass dieses Eigenschaft die ist, die ihm die Tür in die große Öffentlichkeit öffnete. []
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